7 November 2021

Interview mit J.J. Blackwood

Buchtitel Fiery und Tinder

Am 5. November 2021 erschien der dritte und abschließende Band der Trilogie „Fiery & Tinder“ von der Autorin J.J. Blackwood. Im Rahmen der Online-Buchmesse durfte ich ein Interview mit ihr führen.

Informationen zur Trilogie

Fiery & Tinder

Band 1: Feuerstein und Dschungelherz *

Band 2: Schneeblüte und Götterzorn *

Band 3: Feuerregen und Sternenstaub *

Rivalisierende Götter, welche die Erde mithilfe uralter Technologie nach ihrem Willen formen können – Fiery und Tinder finden sich inmitten eines Krieges wieder, dessen Ausmaße sie gerade erst zu begreifen beginnen. Doch wer will tatsächlich die Erde und ihre Bewohner retten, und wer nur den Konflikt aus grauer Vorzeit gewinnen? Und welche Rolle spielen Fierys und Tinders echte Eltern dabei?
Gemeinsam nehmen sie ein letztes Mal den Kampf auf und stellen sich nicht nur übermächtigen Kräften, sondern auch der Suche nach der Wahrheit über das Schicksal ihres Planeten. Und der Ungewissheit, ob ihre Liebe diesen Krieg überdauern wird…

 

Das Interview

Vielen lieben Dank an Jenny, das sie sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten.

Gleich zuerst, wie bist du zum Schreiben gekommen?

Eigentlich der Klassiker: Sobald ich schreiben konnte, habe ich angefangen, Geschichten zu schreiben. Später im Gymnasium gab es dann die Möglichkeit, ein halbes Jahr an eigenen Projekten zu arbeiten, da habe ich dann immer Romane gewählt. Zwar auf Englisch, aber das Schema ist ja dasselbe. Während des Studiums habe ich dann meinen 800-Seiten-Erstling »Die Erbin« fertig geschrieben.

Gab es noch einen anderen Traumberuf?

Ja, den gab und gibt es tatsächlich noch. Ich kann zwar von meinen Romanen leben, allerdings fällt mir dann nach ein paar Monaten meist doch die Decke auf den Kopf, wenn ich nur meine Protagonisten um mich habe. Deshalb habe ich parallel eine Karriere bei Film und Fernsehen gestartet, wo ich in drei bis vier Filmen pro Jahr als 1. AD (First Assistant Director) arbeite. Das macht großen Spaß, da es ebenfalls sehr kreativ ist, man mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammenkommt und ständig neue Orte und Situationen kennenlernt. Das ist dann auch immer förderlich für meine Romane J

Hast du ein Vorbild?

Ich habe nicht direkt das »eine« Vorbild, aber es gibt ein paar Autoren, an denen ich gewisse Dinge bewundere und auch für mich selbst anstrebe: Wolfgang Hohlbeins Ideenreichtum, Margaret Atwoods Sinn für menschliche Stärken und Schwächen, Terry Pratchetts Humor, J.K. Rowlings Gefühl für Dialoge, zum Beispiel.

Wer oder was inspiriert dich zum Schreiben?

Oh, da gibt es eine Menge. Manchmal sind es bestimmte Musikstücke, manchmal Unterhaltungen im Alltag, manchmal Filme oder Spiele, die mir einen neuen Denkimpuls geben. Der Prozess danach ist immer gleich, ich denke dann so etwas wie: »Was wäre eigentlich, wenn …?« Und dann schreib ich mir direkt ein paar Plotnotizen auf.

Wann ist deine Schreibzeit?

Eigentlich nachts. Wenn draußen alles ruhig wird, keiner mehr etwas von mir will und die Welt den Atem anhält. Dann fühle ich mich besonders wohl beim Schreiben und dann fließen auch die Ideen am besten. Der Alltag sieht natürlich ein bisschen anders aus, mein Mann arbeitet tagsüber, weshalb ich eher früh aufstehe und bis abends am Schreibtisch sitze. Das ist dann fast wie ein Bürojob, ich habe ein tägliches Pensum, das ich schaffen muss, damit ich meine Deadlines halten kann. Also manchmal ein bisschen früher Feierabend, manchmal eben sehr spät, je nachdem, wie schwierig das aktuelle Kapitel ist.

Wie sieht dein perfekter Schreibtag aus?

Wenn alles perfekt sein soll, dann schlafe ich aus und starte eher am Nachmittag mit dem Schreiben – dann sitze ich aber auch bis in die frühen Morgenstunden dran. Dazu gehört auf jeden Fall Musik – meistens Film- oder Videospielsoundtracks, je nach Stimmung, und viiiiiel Kaffee!

Was ist der größte Störfaktor? Was hält dich vom Schreiben ab?

Ich würde sagen, in den meisten Fällen das tägliche Leben. Der Heizungsmonteur will reingelassen, die Spülmaschine ausgeräumt, der Papierkram erledigt werden. Dabei geht oft wesentlich mehr Zeit drauf, als man denkt, und die fehlt dann halt beim Schreiben.

Was tust du, um eine Schreibblockade zu lösen?

Glücklicherweise habe ich mit Schreibblockaden eher wenig zu tun. Klar, es gibt Stellen, an denen ich länger festhänge. In solchen Fällen spreche ich dann mit meinem Mann, erkläre das zu überbrückende Problem oder den zu lösenden Konflikt. Manchmal hat er dann eine Idee, meistens kommt mir die dann aber schon beim aktiven Erklären selbst.

Wie steht deine Familie zum Schreiben?

Bei uns wurde schon seit ich denken kann viel gelesen und vorgelesen. Meine Mutter ist eine richtige Leseratte, meine Geschwister auch, wenn die Zeit es zulässt. Es kommt also bei allen gut an, vor allem, weil ich mein Hobby tatsächlich zum Beruf machen konnte und damit sehr glücklich bin.

Welche Geschichte/welcher Charakter verfolgt dich schon seit Jahren? Hast du die Geschichte/seine Geschichte jemals aufgeschrieben?

Es gibt einige Geschichten, die noch in der Warteschleife hängen, manche tatsächlich schon sehr lange. Ich habe mittlerweile eine Liste, die ich abarbeite, damit neuere Ideen die alten nicht überholen können. Mein nächstes Projekt wird in jedem Fall mit historischem Anteil sein und bei den Maya bzw. Inka spielen, dazu belese ich mich tatsächlich schon seit einigen Jahren.

Gibt es etwas, was du schon immer schreiben wolltest aber (noch) nicht getan hast?

Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, mal einen Krimi zu schreiben. Ich habe ja filmtechnisch meistens mit Krimis zu tun, das Konzept ist mir also bekannt. Bisher wollten aber all die Fantasyideen unbedingt zuerst dran sein J

Welches Buch/welcher Autor hat dich durch deine Kindheit oder Jugend begleitet?

Mein erster richtiger Roman war Krabat, der hat mich auch geprägt, was meinen späteren Genregeschmack angeht. Ansonsten habe ich wirklich sehr viel Wolfgang Hohlbein gelesen, Märchenmond hat mich stark angesprochen und ich lese heute noch gern seine Bücher, wenn auch nicht mehr so ausschließlich.

Wie entstand die Idee zur Trilogie „Fiery & Tinder“?

Die erste, vage Grundidee kam mir beim Marathon-Siedler-Spielen mit meiner Familie. Meine Mutter, mein Mann und ich verbringen ganze Wochenenden mit Brettspielen, und die Siedler von Catan sind seit 20 Jahren immer mit dabei. Dabei werden ja sechseckige Rohstoffplatten verdeckt verteilt und man entdeckt beim Siedeln jedes Mal eine »neue« Insel und beginnt, sein eigenes Territorium zu erweitern und zu verteidigen. Darüber kam ich dann auf Terraforming und den Gedanken, was wäre, wenn allmächtige Wesen einfach bestimmen könnten, welche Landschaft wo vorherrscht…

Wie lange hat es etwa gedauert von der Idee zur Umsetzung?

Das hat relativ lange gedauert, da die Geschichte von Fiery & Tinder ja nicht zu 100% in mein reines Fantasygenre passt und mir die Botschaft dahinter sehr wichtig ist. Ich habe mir drei bis vier Jahre Zeit genommen, um mir selbst klar zu werden, was ich eigentlich sagen will und wo genau die Reise der beiden hingehen soll.

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du während des Schreibprozesses zu kämpfen?

Das wird jetzt sehr nach Klischee klingen, aber tatsächlich haben sowohl Fiery als auch Tinder recht schnell ihren eigenen Kopf entwickelt. Ich hatte einen sorgfältig geplanten Plot, den die zwei mir ständig zerschossen haben, weil ihre Charaktere einfach nicht mehr dieselben Entscheidungen getroffen hätten, wie ich sie ursprünglich geplant hatte.

Was gefällt dir besonders gut an deinen Protagonisten?

Mir gefällt, wie anders sie sind. Kein supergutaussehender Junge trifft auf Mauerblümchen, sondern mal ganz neu. Beide bringen viel Stärke mit, müssen sich aber erstmal auf die Suche nach sich selbst begeben, bevor sie den Rest der Welt retten können.

Wer ist deine liebste Nebenfigur in der Trilogie, was ist besonders an diesem Charakter?

Das ist auf jeden Fall Hazel. Einige werden sich noch erinnern können, ich habe ihren Namen zusammen mit meinen Lesern auf Facebook ausgesucht.  Sie startet als hübsches Gesicht und entwickelt sich zu einer ernstzunehmenden Gefahr – mehr darf ich dazu nicht sagen, ich möchte ja nicht spoilern.

Demnächst soll der Abschlussband der Trilogie »Fiery & Tinder« erscheinen. Wie fühlt sich der Abschluss der Reihe an?

Ganz anders als sonst. Fiery und Tinder haben mir im Laufe des Schreibens viel beigebracht und ich bin sehr glücklich, dass wir es nach all der Zeit gemeinsam durchs Ziel geschafft haben. Oft fällt es mir schwer, mich von Charakteren endgültig zu verabschieden, aber die beiden haben bis zum Umfallen gekämpft und sich ihr Ende redlich verdient.

Wenn du nicht gerade am Schreiben bist, mit welchen Hobbies beschäftigst du dich in deiner Freizeit?

Ich lerne jetzt seit 3 Jahren Klavierspielen, was mir wirklich große Freude bereitet. Da mein Bruder Komponist ist, habe ich mir immer gewünscht, auch ein bisschen selbst musizieren zu können. Außerdem ist es der perfekte Ausgleich. Beim Klavierspielen denke ich weder an Abgabefristen noch an Plotlöcher oder die Einkommenssteuererklärung, sondern NUR ans Klavierspielen. Das hat mir schon über manch harten Moment hinweggeholfen.

Hast du einen Lieblingsurlaubsort, wo du gerne hinfährst?

Oh ja, nach Südfrankreich. Dort gibt es den perfekten Campingplatz, wo mein Mann und ich meist mindestens 2 Wochen hinfahren. Das ist übrigens der einzige Ort, an den ich meinen Laptop nicht mitnehme. Stattdessen wird eine große Kiste Bücher von meinem SUB gepackt und das war’s!

Was würdest du dir wünschen, wenn du drei Wünsche frei hättest?

Tja… auf jeden Fall unendlich viel Zeit, um all die Bücher lesen zu können, die ich gerne noch lesen möchte. Und nochmal genauso viel Zeit, um all die Geschichten aufschreiben zu können, die unaufhörlich durch meinen Kopf geistern. Und dann natürlich der Klassiker, Gesundheit für meine Familie und alle lieben Menschen in meinem Leben…

 


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Seit 2007 begeisterte Bloggerin.
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Herrin über die Hexenschafe.
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Verfasst 7. November 2021 von Mya in category "Buchwelt

Über den Autor

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